In unseren VABO-Klassen werden unbegleitete jugendliche und heranwachsende Migranten für Arbeit und Beruf vorqualifiziert.

Schwerpunkt ist dabei die Vermittlung von Deutschkenntnissen durch Sprachförderung in sämtlichen Unterrichtsfächern. In einer mitunter belastenden und ungewissen Lebenssituation finden die Schüler in diesen Klassen durch verlässliche Personen und Strukturen eine Atmosphäre der Offenheit und des angstfreien Miteinanders und können Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die eigene Zukunft entwickeln. Darüber hinaus soll aber auch, ausgehend vom Klassenzimmer, eine Einbindung in das soziale Leben in der Schule und vor Ort angebahnt werden.

So wirkten die Schüler Javid Hosseini und Safiuallah Zahiri aus der Klasse VABO 2, die aus Afghanistan nach Deutschland kamen, im Theaterstück „Bruderkampf“ von Hubert Habig in der Produktion des [Ak.T]-heaters mit, das in der Inszenierung von Barbara Wachendorff mit großem Erfolg mehrfach im Karlstorbahnhof Heidelberg aufgeführt wurde.

Es handelt von Migranten unterschiedlicher Herkunft und Kultur, die gemeinsam ein Quartier bewohnen. Ein kalter ungastlicher Ort. Ihre Zukunft zeigt sich düster und grau. Die Rückbesinnung auf eherne Werte, Religion und Tradition erscheint als Ausweg, sich selbst wieder zu finden. Das Vertraute gibt Wärme und Stabilität. Mit solchem Rückzug vertieft sich jedoch die Kluft gegenüber der neuen Welt umso mehr. Der Boden für radikale Verführer ist vorbereitet.

Unsere Schüler konnten dabei aufgrund ihrer Herkunft und Erfahrungen eigene Gefühle und Empfindungen aufzeigen, die Zuschauer damit zum Nachdenken bringen und bei ihnen teilweise auch Verständnis für die Situation von Migranten wecken. Gleichzeitig machten sie aber auch auf Gefahren aufmerksam, denen sie selbst ausgesetzt sind und mit denen sie angemessen umzugehen lernen müssen. Dass unsere Schüler dabei vor einem großen Publikum in deutscher Sprache sehr selbstsicher auftraten, verdient große Anerkennung.

 Daneben soll aber auch die Verbindung zur Heimat nicht abreißen. Mit großem Interesse besuchten die Schüler der Klasse VABO 2, in der zur Zeit nur Schüler aus Afghanistan beschult werden, zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Frau Popelka und Frau Bernadino das Völkerkundemuseum Heidelberg, wo sie vom Kurator Robert Bitsch durch die dort gezeigte Ausstellung ‚Einst gab es Rosengärten in Afghanistan’ geführt wurden, in der das Land am Hindukusch, das in der hiesigen öffentlichen Wahrnehmung oft nur als langjähriger Kriegsschauplatz sowie als Opium- und Flüchtlingsproduzent bekannt ist, in seiner ethnischen und kulturellen Vielfältigkeit vorgestellt wird. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die unterschiedlichen Lebenswelten der Afghanen und behandelt, neben einer Einbindung des derzeitigen Konflikts in die Geschichte der letzten 150 Jahre, weitere Themen wie die alten Städte und Bazare, die Jurten und den Nomadismus, die ethnischen Minderheiten, ethnische Spannungen untereinander und die Seidenstraße. Vielen unserer Schüler wurde erst dadurch bewusst, welch reiche Kultur und Vielfalt Afghanistan zu bieten hat.