Schulsani 1Vielen Dank an den Schulsanitätsdienst - ein Interview mit Kevin.

 MBS:     Hallo Kevin, wie lange bist du schon beim Schulsanitätsdienst? Wie kam es dazu und warum wolltest du dich gerade hier engagieren?

Kevin:    Ich bin jetzt seit 2 Jahren dabei, habe also in der 11. Klasse angefangen. Irgendwie hat‘s gepasst - ich interessiere mich sowieso für Medizin und konnte ich mich so weiterbilden und gleichzeitig für andere engagieren. Bestimmt hat eine Rolle gespielt, dass mein Vater auch schon seit Jahren ehrenamtlich beim Roten Kreuz ist und ich so mit dem Thema vertraut war.

MBS:     Wie viele Helfer seid ihr insgesamt und wie seid ihr organisiert?

Kevin:    Zur Zeit  sind wir 20 Freiwillige aus verschiedenen Klassen des Berufskollegs und des Beruflichen Gymnasiums. Wir treffen uns unter der Leitung von Frau Pietsch und Frau Boiteux für Fortbildungen und Besprechungen.  Wer regelmäßig teilnimmt, bekommt am Ende des Schuljahres mit dem Zeugnis auch ein Zertifikat, das die Teilnahme als Ersthelfer bescheinigt.

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MBS:    Klingt interessant, aber wie wird man überhaupt Schulsanitäter? Muss ich da viel Zeit investieren und was brauche ich, um überhaupt mitmachen zu können?

Kevin:    Grundsätzlich kann jeder mitmachen. Man sollte aber Empathie mitbringen, d.h. die Bereitschaft auf andere individuell einzugehen und in Notfällen zu handeln. Das geht nicht nur nach Leitfaden. Aber besondere Vorkenntnisse braucht man nicht. Es genügt, einfach zum ersten Treffen zu kommen. Dann folgt der Erste Hilfe Kurs beim Roten Kreuz. Und den braucht sowieso jeder für den Führerschein. 

MBS:     Und wie ist der Ablauf ganz konkret – welche Techniken und medizinische Szenarien werden geübt?

Kevin:    Wir treffen uns zweimal im Monat. Zunächst geht es um organisatorische Fragen,  z.B. wer Bereitschaft hat usw. Dann aber werden nach Themengebieten Fallbeispiele besprochen und trainiert. Vor allem geht es darum strukturiert vorzugehen und bei medizinischen Vorfällen nicht den Kopf zu verlieren. Dazu gehören natürlich die lebensrettenden Sofortmaßnahmen wie die stabile Seitenlage, das Anlegen von Druckverbänden oder die Verwendung des Tragetuchs.

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MBS:     Das Ganze ist ja schon ein gewisser Aufwand, der auch Verantwortung mit sich bringt. Inwieweit profitierst du persönlich von deiner Teilnahme?

Kevin:    Neben dem medizinischen Fachwissen habe ich bestimmt auch gelernt, bei Notfällen entschlossene Anweisungen zu geben und selbstbewusst aufzutreten. Das beginnt etwa damit, bei Unfällen Gaffer fernzuhalten und klare Ansagen zu machen. Das klingt einfacher, als es manchmal ist. Aber mit der Zeit entwickelt man eine gewisse Coolness, die hilft, möglichst effektiv zu helfen.

MBS:      Welche Vorfälle sind besonders häufig an der MBS - gibt es spezielle „Schulkrankheiten“?

Kevin:     Zum einen kommt es natürlich manchmal zu leichteren Sportverletzungen, d.h. Prellungen oder Zerrungen. Aber auch kreislaufbedingte Notfälle bis hin zur Hyperventilation gehören dazu.

MBS:    Und wie übt ihr solche Fälle? Über welche Ausrüstung verfügt die Schule für Notfälle?

Kevin:    Neben den üblichen Utensilien der 1. Hilfe haben wir z.B. Laienpuppen zum Trainieren der Beatmung und der Herz-Druck-Massage.  Aber auch ein Puls-Oxymeter oder Beatmungsbeutel mit Masken gehören dazu. Nebenan in der Carl-Bosch-Schule ist sogar ein Defibrilator für lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Notfälle. Aber bei schwerwiegenden Notfällen geht es natürlich besonders darum, schnellstmöglich und kompetent den Rettungsdienst zu verständigen.

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MBS:     Du warst jetzt praktisch deine gesamte Schulzeit an der MBS im Schulsanitätsdienst aktiv. Hat das deine Zukunftspläne beeinflusst und möchtest du dich hier weiter engagieren?

Kevin:    Ich möchte auf jeden Fall weiterhin ehrenamtlich beim Roten Kreuz aktiv sein. Vielleicht mache ich nach dem Abi eine Weiterbildung als Rettungshelfer, Ausbilder oder sogar Rettungssanitäter. Langfristig will ich aber Medizin studieren. Da war die Zeit bestimmt eine gute Vorbereitung.

MBS:    Hast du vielleicht noch ein paar letzte Worte? Was steht aktuell an und was sollten die Schüler bei Notfällen beachten?

Kevin:    Zunächst möchte ich natürlich Werbung für den Schulsanitätsdienst machen. Es ist interessant und lohnt sich auf jeden Fall! Im Februar nahmen wir sogar beim Erste-Hilfe-Turnier des Deutschen Roten Kreuzes teil und belegten den fünften Platz. Alle anderen Schüler, die sich nicht persönlich engagieren können, sollten aber auf jeden Fall unsere Telefonnummer bereit haben und uns bei Notfällen sofort rufen: 0170-4875543

MBS:    Vielen Dank für das Interview und besonders natürlich für deine Mitarbeit und das Engagement des gesamten Schulsanitätsdienstes!

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