Am 13.November 2017 wurde „Der Steppenwolf“ nach dem Roman von Hermann Hesse aufgeführt.

 Mittlerweile ist der gemeinsame Theaterbesuch schon eine schöne Tradition an der Marie-Baum-Schule. Bereits seit 2011 besteht ein Kooperationsvertrag mit dem Heidelberger Theater mit dem Ziel, die Zusammenarbeit des Theaters mit den Schulen zu intensivieren, die Schüler/innen zu weiteren Theaterbesuchen zu motivieren und damit in unserer heutigen digital geprägten Zeit eine andere Form der Wahrnehmung zu schulen. Die Kooperation, die von Frau Oberstudienrätin Sylvia Scherer betreut wird, sieht vor, dass alle Schüler/innen einmal pro Jahr eine Theatervorstellung besuchen mit dem Vorzug, dass die Eintrittskarten als Kooperationsschule nur 6,50 Euro kosten.

Schon zum fünften Mal hat sich der gemeinsame Theatertag an der Marie-Baum-Schule bewährt, an dem alle 24 Klassen der Schule gemeinsam eine geschlossene Vorstellung am Vormittag, die eigens für die Schule anberaumt wird, besuchen. 504 Schüler/innen mit ihren begleitenden Lehrer/innen füllten am Montag, den 13.November 2017 um 11Uhr den gesamten großen Saal des Heidelberger Theaters und sahen sich die von Frau Scherer in Absprache mit Frau Köhler und den Lehrkräften im Fach Deutsch ausgewählte Dramatisierung des Romans „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse an.

Mit der Bühnenbearbeitung des 90 Jahre alten Kultromans von Hermann Hesse, die nach ihrer Premiere eine überaus positive Kritik in der RNZ hatte und als „Höhepunkt der Saison“ bezeichnet wurde, hatte sich die Schule dieses Mal einen anspruchsvollen und herausfordernden Stoff vorgenommen. Gleichzeitig ist der „Steppenwolf“ neue Abiturlektüre, was einen Anreiz für die vielen Oberstufenschüler/innen darstellte. Mit Interesse und Spannung verfolgten Schüler/innen und Lehrer/innen die intensiv, modern und gehaltvoll inszenierte Geschichte um den Außenseiter Harry Haller, den Protagonisten des Romans, der mit sich selbst und der bürgerlichen Gesellschaft seiner Zeit hadert. Zerrissen zwischen den beiden Seelen in seiner Brust, seiner bürgerlichen, angepassten Seite und der animalischen, unangepassten Seite, sucht er nach Selbsterkenntnis und Selbstbefreiung, was ihm mit Hilfe Hermines und Pablos im magischen Theater - nur für Verrückte - Eintritt kostet den Verstand - gelingt. Es ist ein Ort der Bewusstseinserweiterung und des Rausches, aufwendig inszeniert mit vielen Bühneneffekten, in dem der Steppenwolf die Vielschichtigkeit seines Wesens entdeckt.
Die Schüler/innen ließen sich mitreißen, gleichzeitig wurden viele Fragen aufgeworfen und sorgten für reichlich Klärungsbedarf und Diskussionsstoff.

Auch das vorbildlich leise und konzentrierte Verhalten der fast 500 Schüler, das Frau Scherer vom Theaterpersonal zurückgemeldet wurde, trug bei zu einem gelungenen und ereignisreichen zweieinhalbstündigen Theatervormittag, der sicherlich in guter Erinnerung bleiben wird, für Gesprächsstoff sorgen und hoffentlich einige Schüler zu weiteren Theaterbesuchen anregen wird.

Sylvia Scherer