Projekt Migration 2Warum kommen die Menschen nach Deutschland? Was sind ihre Fluchterfahrungen? Wie geht es ihnen in Deutschland?

Im Fach Projektarbeit hat das BKP 2 das Thema „Flucht und Migration“. Jede der Gruppen beschäftigt sich mit anderen Fragen. Gespannt waren wir auf die Menschen, die eine Flucht erlebt haben.

Auch die BK 1/2 zeigte sich an diesem Thema interessiert und so waren wir 70 Menschen im Raum, als am 4.Dezember 2015 ein afghanischer Vater mit seiner Tochter und eine syrische Mutter mit ihren zwei Söhnen zu uns in die Marie Baum Schule kamen.

Die Familien leben schon einiger Zeit in Deutschland und mussten aus unterschiedlichen Gründen aus ihren Heimatländern fliehen. Frau Hucht begleitete die Gruppe zu uns, sie arbeitet seit Jahren im Asylkreis der Stadt Neckargemünd und berichtete von ihren Erfahrungen.

Übersetzer brauchten wir nicht- die 12 und 13 jährigen Kinder konnten sehr gut Deutsch und halfen den Erwachsenen, falls mal eine Vokabel fehlte. Die Stille im Raum war unglaublich. 60 Schüler waren hochkonzentriert am zuhören.

Wir hörten die Berichte von der Flucht-  und auch vom Leben vor dem Krieg, vom Alltag.

Der Vater der syrischen Jungen ist im Krieg gestorben. Die Fahrt übers Mittelmeer haben einige Menschen nicht überlebt- die Jungen erzählten von dieser Katastrophe.

Der Mann aus Afghanistan fasste es so zusammen: Deutschland ist ein Goldnest. Und er meinte damit nicht nur den Wohlstand, sondern den Frieden und das Glück, dass seine Töchter hier eine Zukunft und eine Ausbildung erhalten. Ausländerfeindlichkeit gäbe es überall - auch in Afghanistan.
Wir haben so viel erfahren in diesen zwei Stunden und bedanken uns herzlich für den Einblick in das Leben von „Flüchtlingen“. Positiv überrascht war ich von der Stimmung während dieser Veranstaltung. Anfangs herrschte Unsicherheit auf allen Seiten, dann Betroffenheit angesichts der schrecklichen Geschichten von Krieg und Vertreibung und am Ende etwas wie gegenseitige Anerkennung. Mein Eindruck: Die „Flüchtlinge“ sind den Deutschen für Ihre Hilfsbereitschaft und die Chance auf einen Neuanfang dankbar. Die SchülerInnen hatten großen Respekt vor diesen Familien, die viel hinter sich haben und hier einen mutigen und klugen Weg gefunden haben, sich ein neues Leben aufzubauen.

J.Wiese